Unterwegs

Rügen – ein Fest für Architektur-Fans und alle, die gerne wandern

Wandern und fotografieren auf Rügen

Im Februar bei Regen ist eine Reise innerhalb Deutschlands immer eine wettertechnische Herausforderung. Aber da es schon im August keine Schönwettergarantie in Dangast gab, waren wir auf alles eingerichtet. Hauptsache endlich mal wieder unterwegs. Der Schifffahrtsverkehr von Rügen zu den Inseln und den Kreidefelsen war eingestellt und die Museen überwiegend geschlossen. Viele Ziele auf Rügen konnten wir dennoch durch Wandern erreichen. Rügen bietet kreuz und quer über die Insel tolle Wanderstrecken an, die gut beschildert und leicht erreichbar sind.

Seebad Architektur auf Rügen

Faszinierende Architektur mit vielen schönen Details…

Der Anblick der Fassaden hat mich schon ziemlich umgehauen. Nicht vereinzelte Gebäude, sondern ganze Straßenzüge in strahlendem Weiß und mit kunstvollen Holzschnitzarbeiten an den Balkonen und vielen filigranen Details. Vor allem am Abend, mit schwacher Laternenbeleuchtung, versetzt der einmalige Baustil der Ostseebäder in die Entstehungszeit im Kaiserreich zurück.

Kurhaus Binz auf Rügen

Das Jagdschloss Granitz auf Rügen – hin: Wandern – zurück: mit dem rasenden Roland

Von Binz aus geht’s durch das Granitzer Waldgebiet etwa eine Stunde seicht aufwärts bis zum Jagdschloss. Den Panorama-Blick vom Turm konnten wir leider nicht mitnehmen. Die gusseiserne Wendeltreppe, die zur Aussichtsplattform führt, ist zurzeit nicht begehbar. Schade. Ihre 154 Stufen aus Ornamenten wirken schon fast durchsichtig und ein Aufstieg verspricht sicher einen spektakulären Blick über die Binzer Bucht.

Schloss Sassnitz
Wendeltreppe Schloss Sassnitz
Hirsch

Vom Jagdschloss Granitz auf Rügen zum Kleinbahnhof runter zu wandern braucht es knapp zwanzig Minuten durch den Wald. In der Nebensaison fährt die Dampflok Rasender Roland im 2-Stunden-Takt von Göhren über Binz nach Putbus. Der Name macht neugierig und man fragt sich: wo hat die älteste noch fahrende Kleinbahn Deutschlands ihren Namen her? „Rasend“ ist seiner maximalen Geschwindigkeit von 30 km/h geschuldet. „Roland“ war der Schutzpatron der Bergleute. In den Erholungsheimen auf Rügen wurden zu DDR-Zeiten bevorzugt die Arbeiter aus den Uranabbaugebieten im Erzgebirge beherbergt. Einen interessanten Artikel zu diesem Thema findet Ihr beim Deutschlandfunk Kultur.

Seebrücke Sellin auf Rügen – vom Fischerstrand Binz durch die Granitz über den Hochuferweg wandern

Von Binz aus führt der Hochuferweg nach Sellin. Am Fischerstrand geht es eine steile Holztreppe hoch in das Waldgebiet Granitz. Der futuristische Rettungsturm erinnert an „Raumschiff Orion“ und wir mussten schon kurz googeln, um ihn als solchen zu erkennen. Heute kann man den Müther-Turm mieten. Für Hochzeiten sehr beliebt. Zwölf Personen finden Platz, die restlichen Gäste feiern auf dem Strand. Ungewöhnlich interessant.

Fotografieren auf Rügen

Der Hochuferweg von Rügen führt über eine Strecke von knapp über sechs Kilometer und gutes Schuhwerk ist beim Wandern empfehlenswert. Die Wege sind schon sehr holprig. Meine on-running *Wanderboots waren eine Empfehlung meines Sohnes und ich kannte die Marke zugegebenermaßen nicht. Nach einer Recherche im Netz war ich neugierig geworden. Sie bieten tatsächlich eine große Stabilität für die Gelenke und selbst große Steine sind nicht zu spüren.

Wandern auf dem Hochuferweg
Seebrücke in Sassnitz

Rügens Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund

Wir haben uns für den Königsstuhl ohne Eintritt entschieden und für das Wandern über den Hochuferweg von Rügen. Die Aussichtsstelle Viktoria-Sicht bietet einen tollen Blick auf den bekanntesten Kreidefelsen. Vom Schiff aus betrachtet sicherlich beeindruckender, aber unmöglich vom Königsstuhl selbst. Wer nur die Kreidefelsen einmal sehen möchte, so wie wir, kann vom Großparkplatz in Hagen mit dem Shuttlebus zum Königsstuhl fahren. Von da führt der etwa vier Kilometer lange Rundweg an der Steilküste entlang zurück zum Parkplatz.

Viktoriaaussicht Wanderweg

Vom geschichtsträchtigen „Koloss von Rügen“ zum Baumwipfelpfad

Der Name Koloss von Rügen rührt von seiner ursprünglichen Gebäudelänge von über 4 Kilometer her und befindet sich im Wandel zwischen Verfall und luxuriösem Wohnungsbau. Seit 2011 ist hier die längste Jugendherberge der Welt mit über 400 Betten beheimatet. Auf der Flaniermeile sind Museen, Hotels und Gastronomie angesiedelt. Wer, so wie ich, auf guten Espresso steht, sollte im Café Strandläufer vorbeischauen. Schönes Ambiente, leckerer selbstgebackener Kuchen und verschiedene köstliche Süppchen.

Prora Ruinen

In Prora befindet sich der Baumwipfelpfad im Naturerbe Zentrum Rügen. Zwischen den Baumkronen der Buchen geht es auf Holzstegen zum vierzig Meter hohen Aussichtsturm. Der arbeitet sich in Runden nach oben und bietet einen fantastischen Blick auf die Ostsee, die Wälder und die Kreideküste von Sassnitz. Im Rondell steht eine 80 Jahre alte und 34 Meter hohe Buche, die mit grünem Laub sicher noch beeindruckender ist. Klar, im Februar ein Panoramablick in eisigem Wind da oben, aber dafür nur wenige Mitstreiter, was das *Fotografieren entspannter macht.

Fotografieren auf Rügen

Es gibt Fisch, Baby! Schlemmen auf Rügen

Dreimal waren wir in Binz essen – dreimal waren wir vollends begeistert. Bei der Wahl der Restaurants war uns natürlich in erster Linie wichtig, interessante und überraschende Fischgerichte zu entdecken. Da setze ich tatsächlich auf Google Bewertungen und bin damit immer gut gefahren.

Die Strandhalle liegt an der Strandpromenade von Binz Richtung Fischerhafen. Das Ambiente ist herrlich urig mit alten Sofas, Tischen und Stühlen eingerichtet.

Das Restaurant Weltenbummler fällt im Februar mit seinem stimmungsvoll beleuchteten Außenbereich an der Strandpromenade auf.

Restaurant Fischhalle auf Rügen

Wie die anderen beiden Restaurants liegt auch der Fischmarkt an der Strandpromenade. Das liest sich komisch, ist aber der Tatsache geschuldet, dass sich die Promenade über drei Kilometer erstreckt. Da passen schon einige Restaurants und Bars hin.

Diese Insel braucht auf jeden Fall noch einen zweiten Besuch. Es gibt so viel zu sehen, zu schlemmen und zu wandern auf Rügen. Gerne mit dem Jumper in den Herbstmonaten – sicherlich auch dann ein Fest zum Fotografieren.

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